Der neue Mobilfunkstandard Long Term Evolution, kurz LTE, wird das herkömmliche Breitband-Internet per UMTS (Universal Mobile Telecommunications System) in Kürze ablösen. Es ist zu erwarten, dass verschiedene Anbieter eine LTE Flatrate im Portfolio haben werden. Inwiefern lässt sich eine LTE Flatrate bereits heute einem Vergleich mit gängigen Datentarifen unterziehen? Lässt sich so ein LTE Flatrate Vergleich überhaupt anstellen?
LTE: Der Funkstandard der Zukunft
Der 4G-Standard LTE verspricht deutlich gesteigerte Datenraten gegenüber dem UMTS-Mobilfunksystem der dritten Generation. Downloads sollen mit einer Übertragungsgeschwindigkeit von bis zu 300 Megabit pro Sekunde möglich sein, Uploads mit bis zu 75 Megabit pro Sekunde. Zum Vergleich: Herkömmliche UMTS-Netze bieten Datenraten von maximal 384 Kilobit pro Sekunde im Download und 64 Kilobit pro Sekunde im Upload. Wird das Breitbandnetz mit dem Datenturbo High Speed Packet Access (HSPA) aufgerüstet, sind Geschwindigkeiten von bis zu 7,2 Megabit pro Sekunde im Download sowie 1,4 Megabit pro Sekunde im Upload möglich.
Flatrate-Modelle im Vergleich: LTE Flatrate vs. UMTS Flatrate
Inzwischen haben sich im Bereich der Datentarife Flatrates für die mobile Internet-Nutzung durchgesetzt. Demnach ist zu erwarten, dass die UMTS-Tarifstruktur in ähnlicher Form auch für den neuen Standard LTE bestehen bleiben wird, dass quasi im neuen 4G-Bereich LTE Flatrates angeboten werden. UMTS-Flatrates gibt es heute bei allen vier deutschen Netzbetreibern, T-Mobile, Vodafone, Telefónica o2 und der E-plus-Gruppe. Nach einer kurzen Phase mit “echten Flatrates” werden inzwischen nur noch so genannte “Fair-Flatrates” angeboten. Das heißt im Klartext, der Nutzer kann mit einem Flatrate-Tarif zwar nach wie vor unbegrenzt mobil surfen, ab einem Datenverbrauch von fünf Gigabyte wird aber die Übertragungsgeschwindigkeit reduziert. Die Netzbetreiber wollen so ihre Netze vor Überlastung schützen und den Nutzern eine gleichbleibende Qualität garantieren. Mit der steigenden Akzeptanz von mobilen Datendiensten in der Bevölkerung geraten die Breitband-Mobilfunknetze immer häufiger an die Grenzen ihrer Belastbarkeit. Der neue Standard LTE verspricht zwar ein weit höheres Leistungsniveau, das die Netze zunächst einmal erheblich entspannen dürfte. Dennoch ist es sehr wahrscheinlich, dass die Anbieter aus ihren Erfahrungen mit UMTS gelernt haben und an einer Fair-Use-Regelung für die Nutzer neuer LTE Flatrate Angebote festhalten werden.
LTE Flatrates: Tarif-Konditionen bleiben gleich
Auch im Bereich der Vertragslaufzeiten sind wenig Neuerungen zu erwarten. Wer sich für eine LTE Flatrate interessiert, wird diese wohl zu ähnlichen Konditionen bekommen, wie es heute üblich ist: Inzwischen gibt es UMTS-Flatrates sowohl auf Prepaid- wie auf Vertrags-Basis. Verträge für die mobile Internet-Nutzung können entweder über sechs, zwölf oder 24 Monate abgeschlossen werden. Prepaid-Angebote gibt es beispielsweise in Form von Monats-Flatrates für das UMTS-Netz. Augrund der steigenden Nachfrage der Kunden hat sich die Tariflandschaft für UMTS-Flatrates in Deutschland in den letzten zwölf Monaten positiv entwickelt, es gibt flexible Angebote zu recht erschwinglichen Preisen. Was nicht heißen soll, dass die Tarife nicht in Preis und Leistung noch ausgebaut werden könnten. Der Übergang zum neuen LTE-Standard soll laut Netzbetreiber gleitend sein, wobei die ersten LTE Flatrates preislich oberhalb der UMTS-Pauschaltarife angesiedelt sein dürften.